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Die Presse - Druckerschwärze auf Papier.
Otto von Bismarck (1888 vor dem Reichstag)
"'Hier bin ich in Arkadien', verheißt eine Inschrift an den reich verzierten Wänden im Ballhaus. Kein leeres Versprechen beim letzten Wilhelmshöher Schlosskonzert 2005. Unter dem Motto "Gute Unterhaltung!" machten sich drei hochkarätige junge Musiker in ein kammermusikalisches Glücksland auf. Und zwar der Flötist Henrik Wiese, der Geiger Andrej Bielow und der Bratschist Micha Afkham.
Henrik Wiese ... begeisterte mit einer Fantasie von Telemann gleich am Beginn des ausverkauften Samstagtermins - der wohl fabelhafteste Arkadien-Reiseleiter der drei, nicht zuletzt dank eines ebenso glasklaren wie weichen Flötentones.
...Riesenbeifall der 200 Zuhörer. "
"...Ein Ideal tangierten der Soloflötist der Bayerischen Staatsoper Henrik Wiese (vor elf Jahren übrigens Mitglied im Salzauer Festival Orchester!), die japanische Starbratschistin Nobuko Imai und nicht zuletzt die international gefragte japanische Harfenistin Naoko Yoshino, als sie Takemitsus die ewige Natur beschwörende Komposition 'And then I Knew `twas Wind' auf Debussys entsprechend besetzte Sonate folgen ließen. So zart, so transparent, so schwebend, so ahnungsvoll mitatmend muss man das spielen (können), wenn man Takemitsus Klangfarbenvariationen und sein Credo verwirklichen will: 'Ich möchte einen Klang zustande bringen, der so intensiv ist wie die Stille...'
...Beinahe skandalös "irdisch" begegnete einem da zum Abschluss Maurice Ravels weit vordergründiger mit rhythmischen und harmonischen Effekten agierende Introduction et Allegro für Harfe, Streichquartett, Flöte und Klarinette. Doch wurde, komplettiert durch keinen Geringeren als den Klarinettisten und Komponisten Jörg Widmann, auch hier das passgerechte Maximum an mitreißender Vitalität und kontrollierter Nobilität erreicht. Entsprechend beglückt reagierten die aufgeschlossenen Zuhörer."
"...Das Münchner Kammerorchester, das an diesem Donnerstagabend seinen Einstand beim Bachfest gibt, verströmt einen satten, sämigen, süßlichen, samtigen Sound. Damit knüpfen Poppen und seine engagierten jungen Musiker auch nach der Pause an das knackige dritte Brandenburgische und Igor Strawinskis schmissig und souverän gespieltes "Dumbarton Oaks"-Konzert in der ersten Hälfte an.
Und machen vergessen, wie schrecklich betulich ein Konzert für Flöte, Violine, Cembalo und Orchester von Johann Sebastian Bach auch heutzutage, 16 Jahre nach dem Tod Herbert von Karajans, noch klingen kann. Flötist Henrik Wiese ist mit betörend schönem Ton dabei stilistisch viel näher dran am guten Geschmack..."