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"...Die h-moll Suite, die aufgrund der exponierten Flötensoli stets den Eindruck eines Flötenkonzertes erweckt, hatte in dieser schlanken [solistischen] Instrumentalbesetzung besonderen Reiz. Bestechend dabei nicht nur das virtuose Spiel von Henrik Wiese, sondern vor allem der vital-sonore Ensembleklang..."
"Im Prunksaal des Markgrafenschlosses konnte der junge Flötist Henrik Wiese gemeinsam mit [Richard] Egarr dem Bachwochenpublikum seine eigene, absolut kongeniale Vervollständigung des Werkes vorstellen, dass er nicht nur aus der historischen Quelle zu schöpfen, sondern beinahe mit der Quelle eins zu werden schien...
Wiese spielte diese weit in die Zukunft weisenden Sonaten keineswegs 'galant', sondern kernig und temperamentvoll, mit vollen gesättigten Klangfarben bei aller Aufmerksamkeit für feinste dynamische Nuancen...
[zu Holligers Sonate insolitaire:] Kein Anfänger wird mehr verzagen, der jemals unversehens ein Flirren, Hauchen, Brummen wie ein Didgeridoo, Hineinsingen wie in ein Kazoo, Zupfen wie eine Geige, Pfeifen und Spucken produziert hat - nur dass Holligers Komposition eine fast geniale Beherrschung des Instrumentes verlangt...
Vollkommene Schwerelosigkeit erreichten die beiden Künstler, die sich geradezu als 'spacemen' fühlten nach Egarrs Worten, mit der Zugabe, dem schwebenden Andante aus der h-moll-Geigensonate BWV 1014. Solche Gipfel der Empfindung und der bis heute überaus originell wirkende Abwechselungsreichtum der Sonatenform erhoben das Konzert Wieses und Egarrs zu einem kammermusikalischen Höhepunkt der Bachwoche."
"...Der Flötist Henrik Wiese konnte sein virtuoses Können und seine gestalterische Sicherheit in C. Ph. E. Bachs Flötenkonzert nochmals als (einziger) Solist vorführen. Wiese ist ein Virtuose der sanften Art: Sein Ton ist fein, zurückhaltend im Vibrato, als wolle er mit dem modernen Instrument den historischen Vorläufer charakterisieren. Seine Linien verlieren sich auch bei kompositorischer Terzen- und Sextenseligkeit mit dem Orchester nie in selbstgefälliger Tonschmeichelei; alles bleibt galant und nobel, und demonstriert in den Ecksätzen ein Musterbeispiel frühklassischer Lebendigkeit, durch die kräftige Orchester-Bassgruppe zusätzlich vitalisiert..."
"...Mit seinem stilsicher abgerundeten Spiel, seinem großen Atem und dem weichen Ton, der sich im Rittersaal prächtig entfalten konnte, ließ Wiese vergessen, dass Mozart dieses Instrument eigentlich nicht geschätzt hat: Trotzdem schuf er wunderbare Musik dafür..."
"Wiese begeisterte in ausverkaufter Listhalle
Der junge Flötist Henrik Wiese blies virtuos die rasanten, elegant verknüpften Staccato-Ketten im Flötenkonzert von Jacques Ibert, Feinmalerei, wie getupft. Lyrisch-sanglich die Sarabande, anmutig, esprit-sprühend das Scherzo. Anhaltender Beifall und Bravo-Rufe bewogen den exzellenten Solisten zu einer Zugabe, noch ein Mal eine Sarabande, nun aber barock."
"Sinfoniekonzert - Der Solist Henrik Wiese bewies in Iberts Flötenkonzert seine große Meisterschaft.
Brillanz und Virtuosität fordert Jacques Ibert in seinem 1933 entstandenen Flötenkonzert. Henrik Wiese, Soloflötist des Bayerischen Staatsorchesters und Solist im achten Sinfoniekonzert der Württembergischen Philharmonie Reutlingen am vergangenen Montag, beherrscht sie spielerisch und mit Eleganz, technisch über allem stehend.
Sein Ton zeichnet sich durch eine eigenwillige Leuchtkraft aus, die mit Wärme gepaart ist. Seine Artikulation ist fantasievoll, die Phrasierung ideenreich. Wie großartig und kreativ er über unterschiedlichste Schichten der Klangvariabilität verfügt, das kam wohl am besten im Finale von Iberts Flötenkonzert heraus: Hier verbanden sich kompositorischer Übermut und empfindsame Nachdenklichkeit, reich verzierte Kantilenen, rhythmisch forcierte Passagen und die kunstvolle Solokadenz mit dem meisterhaften Spiel Wieses in großartiger Weise."
"Einmal mehr ein Glücksfall war der Solist des Abends: Henrik Wiese, vor drei Jahren Münchener ARD-Preisträger, ließ Iberts Flötenkonzert (1933), letzte Blüte eines bald verwelkten Impressionismus, zur Idylle werden. Auffallend dabei: Wiese nimmt Haltung ein, wenn er flötet. Auch sein Spiel zeugt von dieser vornehm-bescheidenen Contenance: aufrecht, geradlinig, schnörkellos.
Dämonische Züge
Iberts Klanglyrik im zweiten Satz ist bei Henrik Wiese gänzlich befreit von sentimentalem Ballast: Der Solist lässt Leichtigkeit walten, sensible, innige Heimlichkeit. Aus seinem glasklaren Staccato spricht Eleganz und Anmut, aus der feinsinnigen Legato-Kultur origineller Gestaltungswille, Wandlungsfähigkeit.
Iimoris Orchester begleitete mit Pinselstrichen in hellen, hellhörigen Farben und bereitete dem Solisten den schönsten Teppich."
"... Das Orchester spielte durchgängig in mittlerer Lautstärke... So hatte der Solist es schwer, seine differenzierte Dynamik hörbar zu machen. Welch schöne Zwischentöne Henrik Wiese seinem Instrument zu entlocken vermag, war in der solistischen Zugabe zu hören, da es nicht galt, ein Orchester zu übertönen..."
"Glücksgefühle stellten sich erst beim herrlich gelöst wirkenden Vortrag von Wolfgang Amadeus Mozarts G-Dur-Flötenkonzert KV 313 ein, dessen Solopart Henrik Wiese mit gefälliger Musizierlust, schärfenfrei und ohne jegliches unsaubere Überblasen sehr ansprechend gestaltete. Die Ecksätze fielen heiter aus, Adagio empfindsam. Dass er die unberschwerte Verinnerlichung dem virtuosen Auftrumpfen vorzieht, bewies der Solist auch durch eine entsprechende Zugabe."
Fähigkeit zur Hingabe
"... Da der Solist Henrik Wiese in der Lage war, wohlakzentuierte Phrasierungen zu setzen und Sinnabschnitte expressiv auszudeuten, gelang dem gesamten Klangkörper ein spannungsvolles Austarieren, was dem abschließenden Rondeau sehr gut tat. Solist und Orchester zeigten, was alle Interpretation braucht: die gemeinschaftliche Hingabe..."
"...Hornist Marsha Palmer was featured in Mozart's incomplete Horn Concerto in D Major. Mozart never wrote a slow movement, and he died before he could finish the finale. Palmer and company gave the premiere performance of a new version of the finale by Henrik Wiese.
Mozart left a complete horn part and about 20 percent of the string parts. Wiese, principal flute of the Bavarian State Opera Orchestra, fleshed out the rest so tellingly that I couldn't pick any part that didn't sound as if Mozart had written it.
Palmer played robustly, with pleasing melodic grace and fluid trills and runs. Turizziani's accompaniment had clarity and was well shaded to the subtleties of Palmer's phrasing.
Wiese attended the concert, and received an enthusiastic ovation from the audience..."