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"... [ein Concerto von dall'Abaco] eignete sich bestens als Einstimmung auf das nachfolgende Konzert in G-Dur fü Flöte, Streicher und Basso Continuo von J.M. Molter (1695-1765). Hier beeindruckte dann auch der 30 Jahre alte Hamburger Flötist Henrik Wiese mit seinem professionellen und intensiven Spiel. Er bewies aber auch bei Carl Philipp Emanuel Bachs (1714-1788) Konzert in G-Dur, dass er seine zahlreichen Auszeichnungen verdient hat..."
"... Henrik Wiese stellte sich zunächst mit dem Konzert G-Dur für Flöte, Streicher und Basso Continuo von Johann Melchior Molter vor, dessen tänzerisch-heitere Stimmung sich für Solisten und für Orchestermusiker stets als ein sehr dankbares Stück erweisen muss.
Um ein vielfaches anspruchsvoller gestaltete sich das in gleicher Tonart stehende Flötenkonzert von Carl Philipp Emanuel Bach, mit welchem Henrik Wiese und die Instrumentalisten der 'Camerata München' in der zweiten Programmhälfte den Höhepunkt ihrer konzertanten Darbietung in die Empfindsamkeit des frühen Rokoko hinüberführten. Virtuose Flötenpartien prägten bereits den weit ausladenen ersten Satz. Auch nach dem leidenschaftlich abschweifenden Largo spielte der junge Hamburger Solist im abschließenden Presto seine ganze künstlerische Reife aus..."
"... Wie man ein empfindsames Instrument vollendet handhabt, das zeigte der renommierte Flötist Henrik Wiese im Rahmen der Altstadtkonzerte am Mittwoch abend. Zusammen mit dem Cembalist Roderick Shaws führte er zurück in eine Zeit, in der die Komponisten die Gestaltungskraft der Querflöte entdeckten und ausloteten.
...Flötentöne vom Feinsten bot die Sonate in Es-Moll von Johann Philipp Kirnberger (1721-1783). Auf das grüblerische und mit tiefen Empfindungen durchtränkte Adagio folgte ein graziöser Satz, leichtfüßig und heiter, der schließlich in ein brillantes Menuetto con Variazioni mündete, in dem alle Möglichkeiten und Schwierigkeiten, die die Querflöte klanglich bietet, wie selbstverständlich aus Henrik Wieses Instrument purzelten. Roderick Shaw passte sich mit seinem Continuospiel perfekt an, untermalte, zog melodische Linien nach, verstärkte sie und arbeitete sie wie mit einem Sezierbesteck deutlich heraus: eine vollkommene Einheit entstand, wie sie nur zwei Meister ihres Fachs schaffen können..."
"... Hätte nicht Flötist Henrik Wiese den Solopart im Flötenkonzert des Dänen Carl Nielsen (1926) mit hinreißenden Farbnuancen erfüllt (und dann auch Funken aufs Orchester überspringen lassen), es wäre ein Abend der verlorenen Zeit geworden."
"... Soloflötist Henrik Wiese stellte sich mit Nielsens Flötenkonzert vor, von Sokhiev und seinen Kollegen [des Bayerischen Staatsorchesters] durch die kleinteiligen und kontrapunktischen Irrgärten dieses neoklassizistischen Meisterwerks auf Händen getragen. Selbst instrumentatorische Höchstschwierigkeiten gelangen plastisch wie auf einer musterhaft abgemixten CD. Nielsen fordert ein Höchstmaß an Konzentration, und Wiese trotzt diese Konzentration jedem im Publikum ab. Als Zugabe spielt er, mit unwidersprochener Autorität, ein Stück von Heinz Holliger..."
"... Sochjew erwies sich als aufmerksamer Begleiter für Henrik Wiese, den ersten Soloflötisten des Bayerischen Staatsorchesters. Er bewältigte seinen sehr bewegten Part virtuos, dahinstürmend und dahinflatternd in den beiden Sätzen; einen langsamen Mittelsatz gibt es nicht. Viele Blumen für den Solisten, eine witzige Zugabe fürs Publikum..."
"... Blieb nur noch Nielsens Flötenkonzert mit dem Solisten Henrik Wiese. Der hat die Eleganz eines Moriskentänzers, einen federnd-leichten Ton und spielt sich nie aufdringlich in den Mittelpunkt."
"Blick über den Tellerrand ohne Überheblichkeit
Man findet häufig unter den Herausgebern bekannte Instrumentalisten und manchmal unerwartete Namen. Neulich war ich fast zur Ohnmacht überrascht, als ich Henrik Wiese als Herausgeber für Mozarts 1. und 3. Hornkonzert beim angesehenen Henle-Verlag entdeckt habe. Er hat bereits bei der Urtextausgabe von Mozarts Flötenquartetten im selben Verlag sein Können bewiesen... Warum ich mich so aufrege, möchte ich erklären. Ich wäre ja längst nicht so aufgeregt, wenn Wiese einfach ein Musikwissenschaftler wäre, aber er ist Soloflötist an der Bayerischen Staatsoper. Geboren in Wien, ist er erst 30 Jahre jung. Natürlich hängt die Fähigkeit zum Verständnis der Stilistik und Quellenforschung nicht vom Alter und Instrument ab - wenn man einigermaßen Klavier spielen kann, ist ja alles möglich. Der Kompetente fur die Herausgabe ist diesmal zufällig ein professioneller Flötist. Von Wiese ediert sind außerdem das Andante [KV 315] von Mozart, das Flautino-Konzert von Vivaldi und das Klaviertrio von Weber auf dem Markt. Weiterhin sind die übrigen Hornkonzerte und das Klarinettenkonzert von Mozart sowie das Flötenkonzert von Reinecke in Arbeit (laut seiner Website).
Auch sein Können auf der Flöte ist weitaus anerkannt. Er gewann den 3. Preis in Kobe 1997 und teilte den 2. Preis (ein 1. Preis wurde nicht vergeben) mit Rozália Szábo aus Ungarn in München letztes Jahr. Im Januar diesen Jahres konnte man ihn als aushelfenden Soloflötisten im Konzert der Berliner Philharmoniker unter Claudio Abbado über den Satelitensender von NHK das Requiem von Verdi spielen sehen (Live-CD erhauml;ltlich). Heutzutage gibt es viele gute Flötisten, die sich mit exzellenter Technik in der avantgardistischen Musik hervortun oder mit besonders süßen ästhetischen Klang verzaubern. Doch Wiese ist nicht von solchem Charakter, sondern er gehört zu den wenigen Flötisten, die mit wahrem Inhalt der Musik und Künstlertum auf den Hörer einen gewichtigen Eindruck hinterlassen können.
Seine Bach-CD aus dem Jahr 2000 geht uber die banausenhafte Diskussion um moderne und historische Instrumente hinaus. Er spielt seine eigene Interpretation von J.S. Bach und überzeugt auf sehr natürlich singende Weise. Wenn man die ganze CD hört, durchschaut man zwar ungefähr sein Handwerk und ab und zu wagt er ungewohnte Interpretationen, aber es ist zu bewundern, daß er sich in jeder Note mit seiner Linie durchsetzt. Die über den Tellerrand hinaus blickenden Augen als Musikwissenschaftler - sonst könnte man ihm das Edieren bei Henle nicht anvertrauen - und das auf dem Boden bleiben mit dem er sich als Spieler dem Publikum gleichstellt, sind in guter Balance..."
"Der Flötist zog alle Register
...Ein Stück für Flöte und Klavier von Albert Franz Doppler... gab dem Flötisten Gelegenheit, sein ganzes Können zu demonstrieren. Was Henrik Wiese aus der nicht gerade gehaltvollen Musik machte, war bewundernswert. Er verstand es, den einzelnen, hauptsächlich artistischen Partien dadurch, dass er alle Register des Flötenspiels zog, immer neues Interesse abzugewinnen. Starker Beifall!..."
"... Der Abend begann mit dem wohl schönsten und dankbarsten Werk für die Besetzung Flöte, Cello, Klavier: Carl Maria von Webers g-Moll-Trio op. 63. 'Keine Gattung der Musik ist mit weniger Schwierigkeiten verknüpft und vergnüget mehr, als mit Geist und Kunst gearbeitete Trios' - dokumentierte der Komponist in seinen Schriften. Nun von den Schwierigkeiten war nicht zu spüren. Dafür ging es um so vergnüglicher und kunstvoller zu, mit viel Freischütz im Hintergrund.
Mit Albert Franz Dopplers (1821-1883) Flötenkomposition dann die Überraschung des Abends. Ein Virtuosenstück par excellence und Henrik Wiese auf den Leib geschneidert. Es handelt sich um Variationen einer Melodie aus der Walachei und erstaunlich, was Doppler damit anstellte. Erstaunlicher noch, wie souverän Henrik Wiese mit den gehäuften Schwierigkeiten umging: virtuose Kadenzen, brillante Staccati wechselten ab mit ruhig atmenden Kantilenen. Dennoch verkam das Stück nicht zur reinen Zirkusnummer..."
"Gestalterische Einigkeit
Halsbrecherische Variationen - Begeistertes Publikum
...Wieses Spiel ist technisch perfekt und beleuchtet viele Facetten des Flötenklangs: sonor, bodenständig, tief verwurzelt, forsch, bestimmt, aber auch leise, zart hingehaucht, scheinbar schwebend. Rasante Skalen spielt Wiese mit einer Leichtigkeit, die an Vogelgezwitscher erinnern. Die Cembalistin Anikó Soltész, die bei Hedwig Bilgram in München studiert hat, steht ihm in nichts nach. Es herrscht absolute gestalterische Einigkeit...
Der 'Musicalische Circul' von Johann [Philipp] Kirnberger, der von seiner musikwissenschaftlichen Arbeit zeugt, führt den Zuhörer durch alle Molltonarten. Wiese, Soltész und Savary kosten die Modulationen aus. Höhepunkt der Kirnberger-Stücke ist allerdings die Sonate es-Moll. Wiese meistert die hohen technischen Anforderungen souverän. Dass die Sonate in der für Flötisten unangenehmen Tonart geschrieben steht, ist nicht zu spüren. Die drei Musiker schwingen sich zu immer neuen Höhepunkten empor. Nach den atemberaubenden, halsbrecherischen Variationen im letzten Satz können die Zuhörer erst wieder bei der Wiederholung des Themas Luft holen..."
"...Der Flötist Henrik Wiese, die Harfenistin Gesine Dreyer, die Cellistin Tanja Tetzlaff und der Pianist Sebastian Knauer demonstrierten in der Musikhalle eindrucksvoll, wie man sich vom viel versprechenden jugendlichen Musiker zum erfolgreichen Solisten oder Orchestermusiker entwickelt..."
"...'Es war göttliche Musik. Sie hat mir die Tränen in die Augen treten lassen.' Das sagte Vishal Bhardwaj, nachdem er Mozarts Flötenkonzert gehört hatte, wie es Henrik Wiese und die Kammerphilharmonie Merck im indischen Mumbai spielten. Und Bhardwaj kennt sich aus mit Musik und vor allem mit ihrer Wirkung,..."
"... eine weitere Begegnung mit Bernhard Kastner am Klavier wurde am Samstagabend möglich, zusammen mit dem jungen 'Muster- und Meisterflötisten' Henrik Wiese, der zuerst eine Telemann Fantasie sinnvoll strukturierte und in Hindemiths Sonate feine Abstufungen in Tempo und Dynamik mit hoch dramatischem Ausdruck und spielerischem Vergnügen verband. Als besonderen Leckerbissen hörten wir seine Bearbeitung von Schumanns 'Märchenbildern' (original für Viola und Klavier). Das klang wie für die Flöte komponiert mit erstaunlicher Klarheit der 'Spiccato-Triolen' in Nr.3 und herrlicher Wärme auf der 'C-Saite' in Nr.4..."
"...'Märchenbilder', vier Stücke für Flöte, eigentlich Viola und Klavier op. 113 von Robert Schumann, waren dem musikalischen Geschehen vorangestellt. Henrik Wiese, Flöte , und Olaf Dreßler, Klavier, gestalteten die vier durch und durch poetischen Charakterstücke sehr sensibel und doch farbenprächtig. Ein Meisterflötist demonstrierte seine Kunst mit einem wunderbaren vollen Ton, der aber auch zurückgenommen im Pianissimo zum Tragen kam. Gleiche betörende musikalische Ausdruckskraft vermittelten die beiden Musiker bei der Introduktion und den Variationen über das Lied 'Trockne Blumen' für Flöte und Klavier, e-Moll D 802 von Franz Schubert.
Den Abschluß des Konzertes bildete das Trio Klavier, Flöte und Violoncello [Guido Schiefen] g-Moll op. 63 von Carl Maria von Weber, bei dem alle drei Musiker solistisch gleichermaßen gefordert waren. Wohl keiner der Zuhörer konnte sich dem Zauber der im schönsten Einklang musikantisch vorgetragenen Komposition entziehen - mal heiter, mal dramatisch oder, wie im dritten Satz, äußerst poetisch. So fiel denn auch der Applaus des überschaubaren Zuhörerkreises so stark aus wie in einem ausverkauften Haus, was noch eine Zugabe (Mendelssohn Bartholdy) erwirkte."
"...Wenn der Flötensolist Henrik Wiese einsetzt, dann erinnern seine Läufe nicht nur an Schubert, sondern auch an die Badinerie aus Bachs h-Moll-Suite. Gubaidulina kreist in ihrem Stück, das auch als Meditation über Schubert bezeichnet werden kann, dessen Impromptu ein, als will sie es unter die Lupe nehmen: Schubert unterm Brennglas. Im Mittelteil entfachen Wiese auf der Altflöte und die Soloviolinistin Antje Weithaas ein durch zarteste Töne enorm gespanntes Zwiegespräch..."
"Soul-satisfying music from German orchestra
...The real Mozart then followed with an enchanting performance of his Concerto for Flute and Orchestra in B Major K 313. The flute was not Mozart's favourite instrument, but amateurs with money had a fancy for the flute, and the hard up Mozart was forced to compose for them. They were bad paymasters and deserved the impudence suggested in the composition. The flutist Henrik Wiese, admirably brought out the ambivalence and the jest of the First Movement and managed with his smile to breathe his notes just above the harmonic spectrum of the Orchestra..."
"... The soloist Henrik Wiese in Mozart's Flute Concerto was, in a word, brilliant, and his performance of the cadenze especially notable: the entire performance evoked the joy unique to Mozart, the innocent happiness of clear rivulets of rippling water..."
"...The best, of course, was yet to come. Young and bespectacled flautist Henrik Wiese made an incredibly-breathtaking appearance on Concerto for flute and orchestra in G Major 313, one of the few pieces Mozart wrote for the flute, said to be one of his less-adored instruments. Wiese's phrasing was so immaculate and expressive that Hindi film music director Vishal Bhardwaj, seated in the front row, later exclaimed: 'This was divine music. It almost brought tears to my eyes.' ..."
"...'Ernster' wurde es wieder bei Mozarts G-Dur-Konzert KV 313 für Flöte und Orchester mit einem jungen Solisten, dessen Ton wegen seiner fabelhaften Atem- und Anblastechnik ein einziger Wohllaut ist. Es ist der jetzt 30-jährige, aus Wien stammende Henrik Wiese, der schon mehrere Preise gewann und der sein Solo oft wie über dem genau austarierten Orchesterklang schweben ließ...
Genau getroffen war das Allegro maestoso der Einleitung, einfallsreich und glitzernd erklang die Kadenz. Die bekannte 'himmlische' Gelassenheit zeichnete das Adagio ma non troppo mit seinem durchdachten Konzertieren zwischen Solo und Begleitung aus, und im Finale gelang es beiden Partnern bestens, zwischen Rondeau-Charakter und Menuetto-Vorschrift genau die richtige Tempowahl zu treffen. Wiese wurde mit vielen Bravorufen bedacht und gab zusammen mit dem Orchester den letzten Satz aus der h-Moll-Suite von Bach als Zugabe..."
"...Solist in Mozarts Flötenkonzert G-Dur (KV 313) war der junge Henrik Wiese, seit 1995 Soloflötist an der Bayerischen Staatsoper München und Preisträger beim ARD-Wettbewerb 2000. Er spielte wendig, tonschön und verlieh dem virtuosen Figurenwerk Eleganz. Fein gezeichnet das rokokohaft verzierte Adagio, tänzerische Grazie gewann das Finalrondo... Nach stürmischem Applaus folgte noch Bachs "Badinerie" als Zugabe..."